Geschichte PDF Print E-mail
Geschreven door Administrator   
maandag, 21 april 2008 17:42

Wer auf einen Spaziergang durch Stevensweert einmal kurz die Augen schließt lind sich seiner Phantasie überlaßt, vernimmt vielleicht in den Straßen noch den Widerhall von Waffengeklirr und Soldatenstimmen oder das Hufgeklapper reitender Boten. Das heute vor allem als Wassersportzentrum bekannte Stevensweert kann nämlich auf eine ereignisreiche Geschichte als Festungsstadt zurückblicken. So unzu- gänglich, wie sich die Festung mit ihren verriegelten Toren und bewaffneten Posten Besuchern fruher zeigte, ist sie schon lange nicht mehr. Heute steht es alien frei, Stevensweert zu betreten. Jeder, der mochte, ist eingeladen, die Schonheiten des Ortes zu bewundern.

Geschichte

Stevensweert liegt zusammen mit der Ort Ohé en Laak auf einer von den altem und der neuen Maas gebilteten Insel, dem sogenannte "Eiland in de Maas". Wegen den fruchtbaren Lehmbodens die Insel nachweislich schon im 13. Jahrhundert ständig bewohnt. Die Geschichte der Festungsstadt begann im Jahre 1633, zur Zeit des Achtzigjährigen Krieges der Niederlande mit Spanien. Nachdem die Spanier 1632 aus Limburg vertrieben worden waren, gingen sie ein Jahr später zum Gegenangriff über. Während dieses Feldzugs wurde das strategisch günstig gelegene Eiland in de Maas besetzt und Stevensweert zur Festung " 't Fort S. Stevensweert" ausgebaut. Beim Bau der Festungswerke fand die seit der Erfindung des Schießpulvers veränderte Kriegstechnik Berücksichtigung. Aus Steinen errichtete Mauern boten keinen ausreichenden Schutz mehr gegen die Feuerkraft der Geschütze. Nur tiefe Erdwallen konnten die Kugeln abfangen. 1m Gegensatz zu mittelalterlichen Festungsstädten wie Zons wurde Stevensweert daher nicht durch steinerne Mauern, sondern durch Erdwallen geschützt.


Das damals überwiegend von Soldaten bewohnte Stevensweert war von zwei Wallringen umgeben. Der innere Wall erhielt sieben weit vorspringende Bastionen. Um den inneren Wall zog sich ein breiter Graben mit sieben Verteidigungsinseln (Ravelinen). Danach folgte ein äußerer Wall. Zugang zu Stevensweert hatte man lediglich über zwei Tore, über das Maastor (dem Haupteingang an der Stromseite)

und über das Feldtor. Den Spaniern verdankt Stevensweert das bis heute erhalten gebliebene charakteristische sternformige StraBenmuster. Altere Hauser mussten dem nach Streng mathematisch- naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten angelegten neuen Grundriss weichen. In die Mitte bauten die Spanier die Hauptwache. Von dort aus laufen alle Straßen wie die Speichen eines Rades sternformig zu den Bastionen und Ravelinen. An dem Straßenplan hat sich bis heute nichts geändert. Im Strassenpflaster vor der Hauptwache, markiert gegenwärtig eine Bruchsteinplatte den Mittelpunkt der Festung.

Auch 1648, am Ende des Achtzigjährigen Krieges, wollten die Spanier die starke Festung Stevensweert nicht aufgeben. Sie behielten die Stadt und wurden daraus erst 1702 durch Truppen der Niederländischen Generalstaaten vertrieben. Bei dem zwei Tage anhaltenden Gefecht brannte die Hälfte der Hauser in der Festung ab, und Schloss Walburg wurde schwer beschädigt. Danach legte die Garnison der Generalstaaten zur Verstärkung der Festung im Vorland weitere Fünf Bastionen an. Die protestantischen Niederländischen Soldaten zogen sich 1765 aus Stevensweert zurück, worauf der Gemeinde die Festungswerke zur Nutzung überlassen wurden. An den Anlagen durfte die Gemeinde aber nichts verändern. Später erkannte Napoleon die große strategische Bedeutung der Festung Stevensweert. Er entwickelte Plane für den Ausbau und die Modernisierung der Festungsanlagen. Diese kamen aber nach der Niederlage bei Waterloo nicht mehr zur Ausführung. Wie andere Festungsstädte auch verlor Stevensweert im 19. Jahrhundert allmählich seine strategische Bedeutung. 1874 verkaufte der Niederländische Staat die Festungsanlagen an die Gemeinde, die nach und nach die Festungsgraben zuschütten und die Walle abtragen ließ.

Laatst aangepast op maandag, 21 april 2008 17:43
 
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